- Ertragssprung um rund 80 Prozent im Geschäftsjahr 2003/2004
- Prognose für Kalenderjahr 2002 mit EBT von 20 Mio. €
- Internationalisierung und Kostenoptimierung prägen Rumpfgeschäftsjahr
- Als Nummer 3 im europäischen Tiefdruckmarkt etabliert
- Dividendenkontinuität: Anteilige Ausschüttung von 0,60 € je Aktie geplant
In der Akquisition von lithorex, dem skandinavischen Marktführer im Direktmarketing und in der Akquisition der Hamburger broschek Gruppe im high performance printing zu Beginn der laufenden Berichtsperiode sieht Rose einen wichtigen Schritt in Richtung Wachstum und verstärkter Präsenz in Europa. Zum Stichtag 30. September 2002 erzielte die broschek Gruppe mit 774 Mitarbeitern einen Umsatz von 174,4 Mio. €. Mit der Neuerwerbung belegt die schlott sebaldus Gruppe künftig Platz drei unter Europas Tiefdruckanbietern und hält gut neun Prozent der europäischen Marktanteile. Mit beiden Akquisitionen gewinnt schlott sebaldus über 100 Mio. € Auslandsumsatz p.a. hinzu. Rose: „Durch die ausgeprägte Exportstärke des neuen Konzernmitglieds broschek verbessern wir unseren Zugang zu wichtigen europäischen Märkten.“ schlott sebaldus will auch weiterhin eine aktive Rolle im Konsolidierungsprozess des europäischen Tiefdruckmarktes spielen und mit gezielten Akquisitionen auch im Direktmarketing die Internationalisierung der Kundenbasis vorantreiben.
Neben der strategischen Positionierung in Europa war das abgelaufene Rumpfgeschäftsjahr des im SDAX notierten und bereits in das neue Segment Prime Standard aufgenommenen Unternehmens in erster Linie durch Prozess- und Kostenoptimierungen geprägt. So setzt die Unternehmensgruppe beispielsweise im Tiefdruck mit dem Umzug an den neuen Standort im Nürnberger Hafen auf rationellere Arbeitsprozesse und ein höheres Output mit leistungsfähigeren Maschinen. Im von Überkapazitäten gekennzeichneten Offset-Bereich wurde die Tochtergesellschaft kro druck geschlossen und die Aktivitäten der beiden Standorte der Tochterfirma heckel in einem produktionsoptimierten Rollenoffset-Standort in Nürnberg zusammengeführt. Die Fixkostenbelastung in der Weiterverarbeitung konnte schlott sebaldus durch flexiblere Beschäftigungsmodelle senken, und lohnkostenintensive Direktmarketing-Aufgaben werden derzeit in das bestehende Werk in Tschechien verlagert. Sämtliche Optimierungsmaßnahmen sollen bis Mitte 2003 abgeschlossen sein – die daraus resultierenden Kosteneinsparungen wirken sich erstmals im Geschäftsjahr 2003/2004 voll aus.
Als Grund für die Änderung des Geschäftsjahres gab Rose die deutliche unterjährige Zyklik der Branche an. „Traditionell erwirtschaften wir bis zu rund 50 Prozent des Jahresergebnisses im vierten Kalenderquartal. Mit der Umstellung erleichtern wir künftig eine verlässlichere und frühzeitigere Beurteilung unserer Gesamtjahresperformance.“
Aktueller Anlass für die Umstellung des Geschäftsjahres war die Akquisition der broschek Gruppe, deren Geschäftsjahr ebenfalls am 30. September endet.
Im Rumpfgeschäftsjahr 2002 fehlen demnach die signifikanten Ergebnisbeiträge der letzten drei Kalendermonate. Ein Vergleich mit den Vorjahreszahlen wird zusätzlich durch die erstmalige Bilanzierung auf Basis der International Accounting Standards (IAS) erschwert, durch die sich einige Besonderheiten ergeben. So veränderten sich die Ergebniskennzahlen des Jahres 2001 in der Überleitung von HGB nach IAS aufgrund abweichender Bilanzierungsvorschriften signifikant. Beispielsweise fällt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) nach IAS für 2001 – im Wesentlichen verursacht durch brandbedingte Sondereffekte – mit 68,1 Mio. € deutlich höher aus als das EBIT nach HGB mit 35,5 Mio. €. Daher ist für die Beurteilung der operativen Geschäftsentwicklung das Ergebnis nach HGB aussagekräftiger.
Die für das Kalenderjahr 2002 abgegebene EBT-Prognose von 20 Mio. € hat schlott sebaldus mit einem erfolgreichen ersten Quartal 2002/2003 (Oktober bis Dezember) mit einem EBT in der Größenordnung von rund 10 Mio. € erreicht. Im Rumpfgeschäftsjahr 2002 erwirtschaftete die Gesellschaft einen Umsatz von 349,9 Mio. € und eine Gesamtleistung von 379,1 Mio. € bei einem EBT von 9,5 Mio. €. Nach den Kosten für Optimierungsmaßnahmen in Höhe von 9,1 Mio. € ergibt sich ein EBT von 0,4 Mio. €. 25,5 Prozent seines Umsatzes erzielte der Mediendienstleister im Ausland, nach 22,3 Prozent im Vorjahr. Die zum 1. Oktober 2002 akquirierte broschek Gruppe wird erstmals im ersten Quartal 2002/2003 konsolidiert.
Zum Stichtag 30. September waren 3.814 Mitarbeiter in der schlott sebaldus Gruppe beschäftigt nach 3.965 Mitarbeitern zum Jahresende 2001.
- Aufgrund der erreichten Ergebnisprognose und der von Vorstand und Aufsichtsrat angestrebten Dividendenkontinuität hat die Verwaltung beschlossen, der Hauptversammlung am 11. März die Ausschüttung einer zeitanteiligen Dividende auf Vorjahresniveau in Höhe von 0,60 € pro Aktie vorzuschlagen.